Hubertustag am 3. November – Legende, Hubertusmesse & Brauchtum

von | 27. Oktober 2026

Am 3. November ist Hubertustag. Für Jäger ist es einer der wichtigsten Termine im Brauchtumskalender: Es wird geblasen, Strecke gelegt, gefeiert – und in vielen Kirchen klingen neben der Orgel die Jagdhörner. Wer dahinter steckt und was an diesem Tag passiert, kurz und ohne Jägerlatein.

Wer war der heilige Hubertus?

Hubertus wurde um 655 geboren und lebte in Brabant und den Ardennen. Um 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht und verlegte den Bischofssitz später nach Lüttich. Weil er in den Ardennen missionierte, nennt man ihn auch den „Apostel der Ardennen“. Er starb 727 bei Tervuren in der Nähe von Brüssel.

Der 3. November ist übrigens nicht sein Todestag: An diesem Tag im Jahr 743 wurden seine Gebeine erhoben, also feierlich als Reliquien verehrt. 825 kamen sie in das Kloster Andagium – den Ort, der heute Saint-Hubert heißt und in den belgischen Ardennen liegt. Seit der Französischen Revolution gelten die Reliquien als verschollen.

Die Legende vom Hirsch mit dem Kreuz

Nach der Legende verlor Hubertus seine Frau bei der Geburt ihres Kindes und lebte danach nur noch für die Jagd. An einem Karfreitag verfolgte er einen kapitalen Hirsch. Als das Tier sich stellte, sah Hubertus zwischen den Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz und hörte eine Stimme, die ihn zur Umkehr aufrief. Er gab das maßlose Jagen auf und wurde Priester.

Historisch belegt ist das nicht. Die Geschichte wurde ursprünglich vom heiligen Eustachius erzählt und erst Jahrhunderte später auf Hubertus übertragen. Für Jäger ist sie trotzdem zum Sinnbild geworden: Jagd ohne Maß und Respekt vor dem Geschöpf ist keine Jagd. Genau das meint der Begriff Waidgerechtigkeit bis heute.

Was passiert am Hubertustag?

Einen festen Ablauf gibt es nicht – jeder Hegering, jede Jägerschaft feiert etwas anders. Diese Bräuche sind aber weit verbreitet:

  • Hubertusmesse: ein Gottesdienst, den Jagdhornbläser musikalisch gestalten (mehr dazu unten).
  • Hubertusjagd: eine Gesellschaftsjagd rund um den Hubertustag. Im Reitsport heißt so auch die Schleppjagd zu Pferde, bei der die Meute einer künstlich gelegten Spur folgt.
  • Strecke legen und Brüche: Nach der Jagd wird das erlegte Wild in fester Ordnung aufgereiht, verblasen und mit Zweigen geehrt. Wie das genau abläuft, steht in unserem Beitrag zu den traditionellen Jagdbräuchen.
  • Ehrungen: Viele Kreisjägerschaften nutzen den Termin, um langjährige Mitglieder auszuzeichnen und auf das Jagdjahr zurückzublicken.

Hubertus ist übrigens nicht nur der Patron der Jäger. Er gilt auch als Schutzheiliger der Jagdhunde, der Schützen, der Metallarbeiter und der Optiker. Im Mittelalter rief man ihn gegen Tollwut an – mit dem sogenannten Hubertusschlüssel wurden Bisswunden ausgebrannt.

Die Hubertusmesse: Gottesdienst mit Jagdhörnern

In ihrer heutigen Form sind Hubertusmessen vor allem seit den 1950er-Jahren verbreitet. Das Besondere ist die Musik: Jagdhornbläser begleiten den Gottesdienst – vom Einzug über das Gloria und die Gabenbereitung bis zum Auszug. Gespielt wird meist auf Fürst-Pless-Hörnern und Parforcehörnern, oft im Wechsel mit der Orgel.

Kreuzkapelle bei Bad Camberg im Taunus im Herbstlicht, Luftaufnahme
Viele Hubertusmessen finden in kleinen Kapellen auf dem Land statt – hier die Kreuzkapelle bei Bad Camberg im Taunus. Foto: fotografci – stock.adobe.com

Die Messe ist öffentlich, auch wer nicht jagt, ist willkommen. Termine findet man bei der örtlichen Kreisjägerschaft, beim Hegering oder im Pfarrbrief. Die Kirchen sind dann oft gut besucht, früh da sein lohnt sich.

Wie das klingt, zeigt der Mitschnitt der Jagdhorn Akademie Rhein-Main-Taunus von der Hubertusmesse 2023 in der Katharinenkirche Oppenheim: Nach dem Signal „Sammeln der Jäger“ und der Begrüßung folgen der Einzugsmarsch „Marche d’Entrée“ und das Lied „Nun danket all und bringet Ehr“ mit Orgel.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Video: Jagdhorn Akademie Rhein-Main-Taunus, Hubertusmesse 2023 (YouTube). Das Video wird erst nach deiner Zustimmung geladen.

Hubertus feiern – auch ohne eigenes Revier

Man muss keinen Jagdschein haben, um den Hubertustag zu begehen. Eine Hubertusmesse besuchen, ein Wildgericht vom Jäger aus der Region kochen oder einfach einmal nachfragen, wie das Jagdjahr im eigenen Ort gelaufen ist – das reicht schon.

Und wer einen Jäger in der Familie oder im Freundeskreis hat, findet im Hubertustag einen guten Anlass für eine kleine Aufmerksamkeit. Unser Schwarzwilderer-Geschenkset mit Flasche und zwei Gläsern von der Schlitzer Destillerie ist dafür gemacht. Weitere Ideen stehen in unserem Beitrag Geschenke für Jäger.

Eins gilt dabei immer: Der Schwarzwilderer gehört ans Ende des Tages. Erst wenn die Waffen versorgt sind und die Strecke verblasen ist, wird angestoßen – mit einem kräftigen Waidmannsheil.

Quellen und Bildnachweis

Häufige Fragen zum Hubertustag

Wann ist Hubertustag?

Jedes Jahr am 3. November. Hubertusmessen und Hubertusjagden finden oft am Wochenende davor oder danach statt.

Warum ist Hubertus der Schutzpatron der Jäger?

Nach der Legende begegnete Hubertus bei der Jagd einem Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih und gab daraufhin das maßlose Jagen auf. Die Geschichte wurde ursprünglich vom heiligen Eustachius erzählt und erst später auf Hubertus übertragen.

Was ist eine Hubertusmesse?

Ein Gottesdienst zu Ehren des heiligen Hubertus, bei dem Jagdhornbläser die Messteile musikalisch gestalten – meist mit Fürst-Pless- und Parforcehörnern. Die Messe ist öffentlich.

Ist der Hubertustag ein Feiertag?

Nein. Der 3. November ist ein kirchlicher Gedenktag, aber in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag.

Was ist eine Hubertusjagd?

Eine Gesellschaftsjagd rund um den Hubertustag. Im Reitsport bezeichnet der Begriff auch eine Schleppjagd zu Pferde, bei der die Hundemeute einer künstlich gelegten Spur folgt.

Mehr aus dem Revier